Okt 17 2009

Sprachen lernen – in Microschritten, versteht sich

Autor: Michael. Abgelegt unter Lernen

lernenJe mehr ich mich mit dem Thema beschäftige, die Dinge in meinem Leben mit den kleinsten Schritten zu ändern, die noch Wirkung zeigen, desto mehr versuche ich, dies auf alle denkbaren Bereiche auszuweiten oder zumindest einmal darüber nachzudenken, wie die (ich nenne sie so) „Kieselstein-Technik“ zur Anwendung kommen kann.

Zuletzt ging es mir nun um den Bereich „Sprachen lernen“. Ihr habt möglicher Weise die gleiche Erfahrung gemacht: Viele Jahr habt ihr in der Schule Englischunterricht „genossen“ oder vielleicht auch darüber hinaus Kurse besucht – wenn es aber darum geht, Englisch zu sprechen, fragt ihr euch, wofür all die Jahre denn gut waren…

Mir jedenfalls geht es so und ganz besonders wurde mir dies nochmal bewusst, als ich im April in New York war und mir gewünscht hätte, viel besser mit den Einheimischen kommunizieren zu können – es waren stattdessen sehr rudimentäre Gespräche. Und das, obwohl ich durchaus sehr viele englische Texte in Blogs und auch in Büchern lese und verstehe.

So habe ich mich also auf die Suche begeben, ob es auch eine Methode gibt, die der Kieselstein-Technik entspricht und bin dabei über einen Linktipp auf dem Sprachen-Blog von Stephan List auf das Angebot von effortlessenglish.com gestossen.

Nachdem ich ein paar Artikel auf dem Blog gelesen und ein paar Episoden auf dem Podcast von effortless-english gehört hatte, beschloss ich, mit die Lektionen des Kurses zu bestellen und bin – nach beinahe einer Woche des täglichen Lernens sehr begeistert.

Worum geht es also? A.J. Hoge der Begründer der Methode und Sprecher der Lektionen nutzt in seinen Lektionen die Erkenntnisse des „Deep learning“. Das heißt – kurz gesagt – während mindestens einer Woche wird der selbe Text immer wieder gehört, so dass sich die Aussprache und Betonung immer tiefer ins Bewusstsein einprägen.

A.J. Hoge geht davon aus, dass im üblichen Englisch-Unterricht zu viel „mit den Augen“ gelernt wird. Wir nutzen unsere Englisch-Bücher, lernen Grammatik-Regeln, prägen uns lange LIsten mit Vokabeln ein, unterhalten uns viel „über“ die englische Sprache usw. All dies führt aber nicht dazu, dass man am Ende gut sprechen könnte.

Seine Methode dagegen basiert überwiegend darauf, „mit den Ohren“ zu lernen. Wie ein kleines Kind, das immer und immer wieder die gleichen Sätze und Phrasen hört bis es irgendwann anfängt zu sprechen. Völlig ohne sich mit Grammatik auseinander gesetzt zu haben oder Vokabellisten gelernt zu haben…

Genug gequatscht – wer sich dafür interessiert, soll einfach mal bei effortlessenglish.com vorbeischauen. Ich finde, es lohnt sich.

Viele Grüße
Michael

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Okt 14 2009

Rückstände – ein Ergebnis zu großer Entscheidungsfreiheit

Autor: Michael. Abgelegt unter Bücher, Produktivität

kueche

Bei meinen Überlegungen zu der Frage, was ursächlich ist für das Entstehen von Arbeitsrückständen, ist mir heute klar geworden, dass ein “Zuviel an Entscheidungsfreiheit” wesentlich dazu beitragen kann.

Ich bin immer wieder fasziniert von der Logistik in (gut funktionierenden) Restaurantküchen. Dort werden die Bestellungen vom Grundsatz her so abgearbeitet, wie sie durch den Kellner übermittelt werden. Es gibt in der Küche nicht die Freiheit zu sagen “Nö, Wiener Schnitzel mach ich nicht so gerne. Der Gast kann warten, bis ich andere, angenehmere Bestellungen zubereitet habe…”. Dies würde innerhalb kürzester Zeit zu absolutem Chaos führen. Ganz zu schweigen von den Gästen, die, am gleichen Tisch sitzend, ihre Speisen zu ganz unterschiedlichen Zeiten erhalten würden.
Was auch nicht vorkommt, ist die Tatsache, dass am Ende des Arbeitstages noch Bestellungen offen sind und der Gast dann bis morgen warten müsste. Die Arbeit eines Tages wird an einem Tag erledigt.

Ich spürt, worauf ich hinaus will: Rückstände können praktisch dann nicht entstehen, wenn eine klare Regelung existiert, wann und in welcher Reihenfolge (z.B. 5-Gänge-Menü) die Dinge zu erledigen sind.
Genau diese Regelungen existieren allerdings z.B. bei vielen “Schreibtischtätern” und anderen kreativ Tätigen nicht – et voila: Rückstände sind vorprogrammiert…

Demnach muss es also darum gehen, diese Entscheidungsfreiheit, wann was zu tun ist, sinnvoll einzuschränken. Aber wie soll diese Einschränkung funktionieren? Gehen wir nochmal in die Restaurantküche. Erstes Kriterium ist der Zeitpunkt, wann die Bestellung eingeht. Danach wartet die Küche auf ein Zeichen des Kellners, wann der zweite Gang fertiggestellt werden muss, usw.

Demnach arbeiten Restaurantküchen – grob gesprochen – nach dem FIFO-Prinzip: First in, first out.

Allerdings sind sicherlich noch viele andere Kriterient denkbar, welche die Entscheidungsfreiheit einschränken:

  • Priorität
    Dies ist ein ganz klassisches Auswahlkriterium, wenn es um die Frage geht, was als Erstes zu tun ist. Die Praxis zeigt allerdings, dass Priorität, so plausibel dies erscheinen mag, als einziges Kriterium oft nicht geeignet ist, die Aufgaben zeitnah zu erledigen und Rückstände zu vermeiden.
  • Heute gebracht, morgen gemacht
    Dies ist ein Prinzip, was in aller Ausführlichkeit durch Mark Forster in seinem Buch “Do it tomorrow” (engl.) beschrieben wird

    Er geht davon aus, dass im Schnitt jeden Tag soviele ToDos erledigt werden müssen, wie “eingehen”. Aus diesem Grund schlägt er vor, dass wir täglich alle Aufgaben, die am Vortag eingegangen sind erledigen. Auf diese Weise können keine Rückstände entstehen. Er nutzt damit das Konzept der “closed List” (geschlossene Liste) welche nach seiner Auffassung deutlich weniger Widerstände provoziert, als eine ewig lange offene Liste.
  • Kontext
    Der Ort an dem wir uns befinden oder die Arbeitsmittel, die uns zur Verfügung stehen können ebenfalls eine Entscheidungshilfe sein, wenn es darum geht, die jetzt zu erledigende Aufgabe auszuwählen. Dieses Konzept – Ihr habt es schon erraten ist das Herzstück von David Allens “Getting things done” (gtd). Auch hierzu existiert ein Buch des “Erfinders”, in dem er ausführlich die Art und Weise beschreibt, wie er die Aufgaben vom Tisch bekommt.  GTD ist wahrscheinlich das derzeit am meisten genannte System der Aufgabenerledigung. Das Ganze ist relativ komplex und hat für viele da draußen fast schon Religionsstatus. An dieser Stelle nur so viel: Der Kontext ist das Erste zu prüfende Kriterium für die Aufgabenauswahl. Es folgen weitere, wie die zur Verfügung stehende Zeit, der Energielevel usw. bis irgendwann, aber erst ziemlich am Ende der Liste auch die Priorität als Kriterium auftaucht.

Mit Sicherheit gibt es viele weitere denkbare Kriterien, die geeignet sind, die Entscheidungsfreiheit einzugrenzen. Ich möchte hier an dieser Stelle keine Präferenz aussprechen sondern erst noch mal ganz bewusst den Vergleich anstellen. Eins scheint klar. Am Ende wird es sicherlich die Kombination mehrerer Kriterien sein, die wirksam ist. Ich werde Euch dazu auf dem Laufenden halten, was bei mir funktioniert.

So viel erstmal von dieser Erkenntnis

Frohes Schaffen

Euer
Michael

P.S. Ja, die Bücherlinks sind mit meiner “Partner-ID” bei Amazon versehen. Jeder kann selbst entscheiden ob er sie nutzen möchte oder auf anderem Weg “zum Buchhandel gelangt”. Falls Ihr meine Links nutzt, könnt Ihr es als kleine Würdigung meiner Arbeit sehen. Vielen Dank.

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Okt 12 2009

Rückstände in die Time Box – Kieselstein Nr. 2

Autor: Michael. Abgelegt unter Kieselstein-Technik, Produktivität

BacklogDer erste Kieselstein ist erfolgreich platziert. Es wird Zeit den zweiten zu legen!

Dieses Mal will ich meinen Rückständen zu Leibe rücken in kleinen und machbaren Mikroschritten, die gar nicht in den Verdacht kommen können, mich einschüchtern zu wollen. Der Berg der Rückstände ist nicht klein, deshalb stellt sich wieder die Frage, wie ich aus der Riesenaufgabe einen Kieselstein mache, d.h. den kleinsten Schritt in Richtung des großen Zieles (alle Rückstände sind abgearbeitet), der noch Wirkung erzielt.

Zu diesem Zweck erscheint es mir am Einfachsten, eine bestimmtes Zeitpensum (eine Zeitbox) zu definieren innerhalb derer ich mich um meine Rückstände und eben nur darum kümmern möchte. Eine sehr schöne Ausarbeitung dieser Technik, die time boxing genannt wird, nennt sich “Pomodoro-Technik“. Ein Bild das sich auf den Kurzzeitmesser in Form einer Tomate (Pomodoro) für die Küche bezieht. Und weil der Urheber dieser Technik (Francesco Cirillo) 25 Minuten für eine gute Größe einer Zeitbox hält, will ich dies auch mal so übernehmen.

Hier also die Beschreibung meines Kieselsteins:

  • Jeden Morgen zum Tagesstart arbeite ich ausschließlich an meinem Rückständen
  • Die Zeitdauer hierfür lege ich auf 25 Minuten (1 Pomodoro) fest
  • Ich arbeite nach dem Prinzip “lifo” (last in first out), d.h die aktuelleren Rückstände werden zuerst erledigt.
  • Das Abarbeiten der Rückstände erfolgt nach dem gleich Prinzip wie das Leeren des Eingangskorbes:
    • wegwerfen
    • sofort erledigen
    • zur baldigen Erledigung notieren (nozbe.com) und ablegen
    • ablegen

Auch hier werde ich wieder während 5 Arbeitstagen genau beobachten und schriftlich festhalten was mit mir (und dem Kieselstein) passiert.

Das wars für dieses Mal.

Es grüßt Euch
Euer
Michael

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Okt 05 2009

Aufschieben oder Schaffen – der Modus macht´s

Autor: Michael. Abgelegt unter Kieselstein-Technik, Produktivität

SchalterIch habe nun eine Woche des Selbstversuches “Kieselstein-Technik” hinter mich gebracht und das ist hierbei die wichtigste Erkenntnis:

Ob wir aufschieben oder was schaffen hängt ganz wesentlich von dem “Modus” ab in den wir uns selbst versetzen!

Wir alle kennen das: Wenn wir im Büro sitzen und erst mal angefangen haben, im Internet zu surfen (manche sagen auch: Nach wichtigen Informationen suchen), dann kann es manchmal Stunden dauern, bis wir uns wieder daran erinnern, was wir eigentlich zu tun haben….

…meine Theorie hierzu: Wir sind nicht wirklich faul sondern wir haben uns schlicht in den falschen Modus versetzt (in dem Fall in den Surf-Modus) und dann den Schalter zum Umschalten in den “Schaff-Modus” nicht mehr gefunden. Wenn das so stimmt, dann müsste es umgekehrt ja möglich sein, dass wir uns in einen produktiven Modus versetzen, der es dann seinerseits erschwert, aufzuschieben oder sonstige Dinge zu tun, die jetzt nicht an der Reihe sind…?!?

Ob diese Modus-Theorie stimmt müsste die Praxis zeigen. Bei mir war es nun aber diese Woche so, dass die Praxis bei meinem Kieselstein Nr. 1 funktioniert hat – die Theorie habe ich erst danach entwickelt.

Nochmal kurz zur Erinnerung: Ich wolle täglich meinen Eingangskorb leeren, d.h. alle Papiere, die sich am Vortag dort angesammelt haben auf die ein oder andere Weise abarbeiten. Abarbeiten hieß sofort erledigen oder zur baldigen Erledigung notieren und in bis dahin an geeigneter Stelle ablegen. Und siehe da: Dies hat wunderbar funktioniert, ohne dass es besonders anstrengend gewesen wäre. Ich bin sehr selten auf die Idee gekommen, etwas anderes zu tun und wenn, dann dann wollte ich immer relativ schnell wieder zurück zu meinem Kieselstein!

Nun denn, das war also ein super Einstieg und jetzt wird es höchste Zeit, dass ich meinen nächsten Kieselstein suche. Doch davon später mehr…

Euer
Michael

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Okt 03 2009

Nozbe glänzt mit ZTD-Funktionalität

Autor: Michael. Abgelegt unter Produktivität, Software

Das war mal eine tolle Überraschung: Als ich heute den Blog des Software-Entwicklers Michael Sliwiniski las, bekam ich glänzende Augen. Er berichtet, dass er in seine GTD-Aufgabenverwaltung nun ein Kalenderfeature eingebaut hat, was von einer ZTD (Zen to done) – Technik inspiriert ist. Nozbe bietet nun die Möglichkeit, in diesem Kalender “Big Rocks” und “Most Important Tasks (MIT)” zu verwalten.Nozbe (ich werde später mal ausführlicher darüber schreiben) ist derzeit mein Favorit unter den (gtd-orientierten) Aufgabenverwaltungs-Tools. Mit diesem Feature hat es seinen Vorsprung erstmal kräftig ausgebaut!!! Worum geht es also?
Nozbe hat eine neue Kalender-Ansicht, quasi einen Wochenplaner, verwirklicht. Dort habe ich die Möglichkeit, zum einen Aufgaben anzuzeigen, die ich im Laufe der Woche (ohne bestimmtes Fälligkeitsdatum) erledigen möchte. Zum anderen kann ich “next actions” aber auch gewissen Wochentagen zuordnen welche mir dann ebenfalls entsprechend in dieser Wochenansicht angezeigt werden.Ich weiß: Das entspricht nicht mehr der strengen gtd-Lehre, wo nur die Aufgaben terminiert werden, wie wirklich an einem bestimmten Tag erledigt werden müssen. Es gibt allerdings viele, die mit der reinen Lehre nicht richtig klar kommen. Wenn es darum geht, Alternativen zu probieren, dann ist Zen to done (ZTD) mit Sicherheit einen Blick wert.
Ich jedenfalls mag es und darum ist dieses neue Nozbe-Feature für mich ein Grund zu großer Freude. 
Euer
Michael 

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Sep 28 2009

Inbox zero – mein erster Kieselstein

Autor: Michael. Abgelegt unter Kieselstein-Technik, Produktivität

Es ist soweit: Ich beginne heute damit meinen ersten öffentlichen Kieselstein zu platzieren. Ganz bewusst und auch, um die Kieselstein-Technik in Theorie und Praxis auszuarbeiten.Es geht um die Regeln für das Leeren (und voherige Füllen) meines Eingangskorbes. Der Begriff “inbox zero” wurde durch den wohlbekannten Blogger Merlin Mann geprägt und besonders in einem fantastischen Video beschrieben. Merlin bezieht sich auf die E-Mail-Inbox, während es mir bei meinem Kieselstein um den “analogen” Eingangskorb geht – den mit dem echten Papier drin…Dann will ich also mal ganz konkret beschreiben, worum es bei diesem Kieselstein geht:

  • alle im Verlauf des Tages eingehenden “Papiere” werden unbearbeitet in den Eingangskorb (Inbox) gelegt.
  • Anrufe und mündlich vorgetragene Anliegen werden notiert (1 Blatt pro Anruf/Anliegen). Diese Notizblätter kommen ebenfalls in die Inbox
  • Zum Tagesstart werden die Posteingänge des Vortages wie folgt abgearbeitet:
    • Wegwerfen – nicht benötigtes Zeug wird einfach weggeworfen
    • Erledigen – was einigermaßen schnell geht wird erledigt
    • Erfassen – was nicht erledigt werden kann wird erfasst, soweit sich daraus eine Tätigkeit ergibt (bei mir geschieht dies in der GTD-Software Nozbe)
    • Ablegen – alle Papiere werden, soweit sie aufbewahrt werden müssen entsprechend aufgeräumt (= abgelegt)
  • der Eingangskorb wird auf diese Weise einmal täglich vollständig geleert – INBOX ZERO
  • Der E-Mail-Posteingang ist NICHT Bestandteil dieses Kieselsteines

An 5 aufeinander folgenden Tagen werde ich ganz genau beobachten, wie es mir mit diesem Kieselstein geht und schriftlich meine Erfahrungen damit festhalten – positive und negative. Nachdem ich mich 5 Tage lang voll auf den Kieselstein konzentriert habe, kommt für diesen die nächste Stufe der Kieselstein-Technik. Dazu später mehr.Das wars mal für heute.

Es grüßt Euch

Euer
Michael

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Sep 26 2009

Hilfe ich bin ein Versager

Autor: Michael. Abgelegt unter Kieselstein-Technik

Viele von uns kennen sicherlich dieses garstige Gefühl: Vieles haben wir uns vorgenommen, Vieles probiert aber nur Weniges ist wirklich geglückt. Wir wollten regelmäßig Sport treiben – jetzt reicht´s nur noch für Extreme-Couching. Wir wollten abnehmen – irgendwie sabotiert uns die Anzeige der Waage. Wir wollten zu Hause mal so richtig ausmisten – jetzt halten wir das Chaos schon fast für den Normalzustand. Wir wollten weniger vor der Glotze sitzen – das neue Heimkino-System muss sich aber auch rechnen…Die Liste ließe sich unendlich fort führen und jeder der dies liest könnte sicherlich ohne weiteres Nachdenken fünf weitere Beispiele anführen. 
Das Problem ist, dass wir uns irgendwann selbst nicht mehr leiden können, weil wir spüren, dass wir uns mehr und mehr selbst belügen. Dabei haben wir uns doch so angestrengt, waren bereit, riesige Opfer zu bringen – trotzdem Fehlanzeige…Statt noch tiefer in Selbstzweifeln zu versinken, habe ich mir überlegt, ob es daran liegen könnte, dass genau diese geballte Willpower und dieser grenzenlose Anfangs-Enthusiasmus vielleicht gar nicht das ist, was wirklich funktioniert. Vielleicht gehe ich falsch an die Sache heran. Die negative Erfolgsstatistik würde jedenfalls dafür sprechen. Ich glaube nämlich nicht daran, dass mit mir etwas nicht in Ordnung ist oder dass ich schlicht zu faul bin, etwas zu erreichen….!!! 
Und da ich schon immer großen Spaß am Experimentieren und am Spielen hatte,  hab ich mir überlegt, die Herangehensweise einfach mal in ihr Gegenteil zu verkehren. An Stelle einer anfänglichen Riesenanstrengung (”Ab sofort wird alles anders…”) setze ich quasi eine “Mikro”-Veränderung – die kleinste denkbare Veränderung in einer Sache, die noch Wirkung erzielt. Wie ein kleiner Kieselstein, der in Gesellschaft mit anderen den Lauf des Flusses ebenso verändern kann, wie der große Felsblock. Mit dem entscheidenden Unterschied: Den Kieselstein können wir ganz ohne Mühe tragen und an der richtigen Stelle platzieren. Den Felsblock lassen wir – noch  bevor er zum Fluss gebracht ist – mehrmals fallen und geben schließlich entmutigt auf. 
So viel kann ich jetzt schon zu meinem “Selbstversuch” sagen: Es macht großen Spaß, und da einem diese Mikro-Schritte wirklich locker von der Hand gehen, ist die Motivation, weiter zu machen ungleich höher. Und dennoch habe ich das Gefühl etwas zu erreichen! Keine Angst, ich werde nicht so vage bleiben. In weiteren Beiträgen, die in Kürze folgen, weiter ich Euch mehr erzählen über meine Kieselstein-Technik – in Theorie und in Praxis.  
Bis dahin bleibe ich 
Euer
Michael

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